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02.03.2008: Westfälische Podiumsdiskussion - Kamen

Westfälische Podiumsdiskussion - Kamen

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Waske und Kühnen suchen nach Lösungen, Tennis in das Fernsehen zu bringen

Kamen. Tennis im Fernsehen findet in den letzten Jahren kaum noch statt. Eine Problematik, mit der sich der Westfälische Tennis-Verband (WTV) mit illustren Gästen am Vormittag vor seinem Verbandstag am 1. März in Kamen beschäftigte. Dr. Georg Freiherr von Waldenfels (Präsident des Deutschen Tennis Bundes), Patrik Kühnen (Davis Cup-Teamchef), Alexander Waske (Davis Cup-Spieler), Heribert Faßbender (ehemaliger ARD-Sportkoordinator und WDR-Sportchef), Thomas Kosinski (Chefredakteur der Publikation „Tennis Magazin“), Jens-Peter Hecht (ehemaliger Pressesprecher des Deutschen Tennis Bundes) und Simon Papendorf (Sales Manager und Consultant der Sport + Markt AG) diskutierten unter der Leitung von Frank Hofen (WTV-Medienreferent), wie der Tennissport wieder mehr Sendezeiten erhalten kann.

„Tennis ist ein schlafender Riese, was das Fernsehpublikum anbetrifft. Nur ein Grand Slam-Sieger oder ein Weltranglisten-Erster kann diesen schlafenden Riesen wachküssen“, erklärte Heribert Faßbender. In Zeiten von Steffi Graf, Boris Becker und Michael Stich hatte Tennis beinahe mehr Zuschauer als Fußball. „Leider haben die Protagonisten der Boom-Zeit den Tennissport nach ihrem Karriereende nicht mehr gefördert“, sieht Jens-Peter Hecht darin einen Grund, warum das Interesse am einstmals populären Sport nachgelassen hat. „Durch Erfolge können wir die Tennisbegeisterung wieder wecken“, ist sich Patrik Kühnen sicher. Dr. Georg Freiherr von Waldenfels setzte noch einen drauf: „Natürlich machen es Erfolge der deutschen Spielerinnen und Spielern – sei es bei Turnieren oder mit der Nationalmannschaft – einfacher, im Fernsehen wieder mehr präsent zu sein. Doch die Spitzensportler müssen auch medienwirksam auftreten.“

Patrik Kühnen will die Begeisterung für den Tennissport neu entfachen: „Mit dem Aufbau des Fanclubs für das deutsche Davis Cup-Team haben wir den ersten Schritt bereits gemacht. Es ist wichtig, dass sich die Tennisfans mit den Spielern identifizieren können.“ Deshalb hat Alexander Waske zusammen mit seinen Kollegen die Spielervereinigung „Tennis Germany“ gegründet. Auf der Homepage unter www.tennis-germany.de sind unter anderem Lifestyle-Storys der deutschen Spitzenspieler zu sehen. „Darüber hinaus können sich die Tennisfans in unserem Forum austauschen oder mit den Spielern chatten. Dadurch fördern wir die Nähe der Fans zu uns.“

„Noch mehr Begeisterung könnte geweckt werden, wenn man den Werdegang der deutschen Spitzenspieler oder auch der Tennisidole aus anderen Ländern im Fernsehen anschauen könnte“, ist sich Patrik Kühnen sicher. Tennis ist aber aus Sicht von Thomas Kosinski im Fernsehen nicht darstellbar. „Regeländerungen, durch die ein fester Zeitplan wie 12 Uhr Nadal, 14 Uhr Federer, 16 Uhr Haas, 18 Uhr Waske eingehalten werden kann, gäbe den Fernsehsendern wesentlich mehr Möglichkeiten, Tennis zu übertragen.“ Dabei ist Tennis nach Fußball und Formel 1 die meistgezeigte Sportart im Fernsehen. „Rund 1.000 Stunden werden im Jahr übertragen“, hat Simon Papendorf herausgefunden. Trotzdem befürchtet Thomas Kosinski, „dass der Wimbledonsieg eines deutschen Spielers heute nicht im Fernsehen übertragen würde, denn Tennis muss sich heute mit Sendungen wie dem Dschungel-Camp messen. Die Quote entscheidet.“

Die Quote gibt bei den Fernsehsendern tatsächlich den Ausschluss für oder gegen eine Übertragung. „Deshalb muss sich jeder – Sportler und Funktionäre – fragen, was er tun kann, um Tennis wieder für das TV interessant zu machen. Dies gilt nicht nur auf der Ebene des Spitzensports, das gilt auch für die Akteure auf Kreisebene“, fordert Heribert Faßbender alle auf, dem Tennissport neue Impulse zu verleihen. Dr. Georg Freiherr von Waldenfels brachte es denn auch zum Abschluss der Diskussion auf den Punkt: „Wir brauchen Typen. Typen, die durch ihr Engagement und ihre Ausstrahlung Tennis wieder den Stellenwert in der Öffentlichkeit geben, den die Sportart verdient.“


Aus Anlass seines Verbandstages führte der Westfälische Tennis-Verband (WTV) in der Stadthalle in Kamen eine Podiumsdiskussion durch. Zum Thema >Wie komme ich ins Fernsehen< diskutierten (von links) Thomas Kosinski (Chefredakteur Tennis-Magazin), Patrik Kühnen (Teamchef der deutschen Davis Cup-Mannschaft), WTV-Verbandspräsident Robert Hampe, Simon Papendorf (Sport + Markt), Heribert Faßbender (ehemals ARD-TV-Sportkoordinator und WDR-Sportchef), Dr. Georg Freiherr von Waldenfels (Präsident Deutscher Tennis-Bund), Alexander Waske (Davis Cup-Spieler) und Jens-Peter Hecht (ehemals DTB-Pressechef, heute Agenturchef).
© Nicole Ventker (HalleWestfalen)



Der ehemalige ARD-Sportkoordinator und WDR-Sportchef Heribert Faßbender im Gespräch mit Alexander Waske am Rande der Podiumsdiskussion des Westfälische Tennis-Verbandes (WTV) in Kamen.
© Nicole Ventker (HalleWestfalen)



Davis Cup-Spieler Alexander Waske und Jens-Peter Hecht, früher einmal Pressesprecher des Deutschen Tennis Bundes (DTB), bei der Podiumsdiskussion des Westfälische Tennis-Verbandes (WTV) in Kamen.
© Nicole Ventker (HalleWestfalen)

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