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25.09.2006: Matchwinner Waske exklusiv

Matchwinner Waske exklusiv

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Eigentlich sollte Alexander Waske nur an der Seite von Michael Kohlmann gegen Thailand punkten. Doch dann musste der Frankfurter für den geschwächten Tommy Haas einspringen - und holte den entscheidenden Punkt fürs DTB-Team. Im Interview mit eurosport.de berichtet Waske exklusiv von seinem Triumph.

Haben Sie es jetzt allen gezeigt, die Sie immer als reinen Doppelspezialisten bezeichnen?

Alexander Waske: Na ja, das wird halt immer so geschrieben. Aber ich bin der Doppelspieler fürs Davis-Cup-Team. Das ist meine Position, und die will ich auch ausfüllen. Ich will mich da jetzt nicht reindrängen und sagen, dass ich beim nächsten Mal Einzel spielen muss. Ich bin im Doppel einfach besser als im Einzel. Und wir haben mit Tommy Haas und Nicolas Kiefer ansonsten zwei Spieler, die mir weit überlegen sind.

Aber gut angefühlt hat es sich heute schont, den entscheidenden Punkt zu holen, oder?

Waske: Es war ein super Gefühl! Ich habe ja bisher im World Team Cup zweimal Einzel für Deutschland gespielt und zweimal verloren. Jetzt kann ich sagen: Es reicht, um mitzuhalten. Die letzten Wochen zeigen auch diese Tendenz. Ich habe gut gespielt, auch wenn ich selten gewonnen habe.

Also sind Sie so etwas wie der Edelreservist im deutschen Team geworden?

Waske: Ja, das ist doch schön, oder? Damit kann ich sehr gut leben.

Wann haben Sie denn erfahren, dass Sie heute im Einzel ran müssen?

Waske: Ich bin gestern nach dem Doppel mit Tommy noch laufen gegangen, weil ich die Müdigkeit rauslaufen wollte. Und da hat Tommy dann gesagt, dass er sich nicht gut fühlt und meinte, er würde nach zwei Sätzen wieder einbrechen. Er wäre einfach platt, aber er stünde voll hinter mir und traut mir den Sieg zu. Lieber sollte ich meine Chance nutzen, als er seine, die gar keine ist. Ich fand es groß von ihm, dass er auch Schwäche zeigt. Er ist so oft stark für das Team gewesen, wenn es darauf ankam. Beim nächsten Mal ist er wieder der Tommy, den wir kennen.

Wenn Sie verloren hätten, wäre es noch mal richtig eng geworden. Wie nervös waren Sie vor dem Match?

Waske: Ich bin selbst überrascht, wie gut ich damit umgegangen bin. Ich konnte sogar gut schlafen. Nur am Ende vom zweiten und dritten Satz war ich saunervös, da hatte ich ganz schön die Hosen voll. Da war ich froh, dass ich eine schwarze Hose anhatte... Aber im Ernst, ich hab mich ganz gut gefühlt. Ich denke, die zwei Einsätze beim World Team Cup haben mir da geholfen. Und es ist einfach toll, wenn man die ganzen Fans mit den Deutschland-Fahnen sieht, die waren einfach super. Das hat mir noch den entscheidenden Kick gegeben.

Deutschland war gegen Thailand der haushohe Favorit. Warum wurde es doch noch enger als erwartet?

Waske: Ich hätte ehrlich gesagt auch nicht erwartet, dass es so eng wird. Aber die Thailänder haben ihr Spiel einfach gut und solide durchgespielt. Und Tommy haben sie eben in einer Schwächeperiode erwischt. Das ist aber normal, er ist ja auch nur ein Mensch.

Hatte sich in der Trainingswoche schon angedeutet, dass Tommy Haas so ausgepowert ist?

Waske: Eigentlich nicht. Tommy fightet immer im Training, aber verliert trotzdem fast immer gegen die meisten von uns. Im Match gewinnt er es dann aber immer und spielt unglaublich. Deshalb war das jetzt für uns kein Alarmsignal.

Durch diese Niederlage hatte Florian Mayer am Freitag noch mehr Druck und an dem ist er schon öfter gescheitert. Hat es Sie überrascht, dass er dem so gut standgehalten hat?

Waske: Florian ist ein sehr sensibler Mensch. Die beiden Siege hier werden ihm sicher Auftrieb geben. Er wird jetzt mehr an sich glauben, denn je. Er hat uns hier aus einer echten Krisensituation herausgerettet und sich aus dem Satzrückstand rausgezogen. Wir hatten von ihm gefordert, dass er es mal rauslässt, sich auf dem Platz die Faust gibt und mal seinen Schläger zertrümmert. Das hat er auch gemacht. Seine Körpersprache war einfach gut. Ich freue mich tierisch für ihn und bin richtig stolz auf ihn. Ich war auch überzeugt, dass Florian das Ding beim 2:2 auf jeden Fall gewonnen hätte. Das hat mir auch ein bisschen den Druck genommen.

Das war jetzt die vierte Relegation mit dem Davis-Cup-Team. Wird diese Achterbahnfahrt 2007 endlich aufhören und man behauptet sich in der Weltgruppe?

Waske: Das Problem ist, dass wir nicht gesetzt sind. Wir können am Donnerstag gleich wieder gegen die Schweiz, die USA, Spanien oder Argentinien gelost werden. Die sind einfach irre stark. Es ist nicht so, dass wir groß irgendetwas falsch machen. Es gibt hier und da ein paar etwas leichtere Nationen, die keine zwei Topspieler im Team haben, aber die kriegen wir eben nicht. Es wäre gut, wenn wir mal ein etwas leichteres Los bekämen, wer weiß, wie weit es dann ginge.

Unterm Strich bleiben für Sie jetzt also zwei Siege, ihren Aufschlagrekord haben Sie auf 232 km/h verbessert - das müsste doch Auftrieb für das nächste Turnier geben. Aber Sie spielen ab Montag ausgerechnet in Thailand....

Waske: Ja, hoffentlich lässt man mich heute Abend einreisen. Wahrscheinlich muss ich dann wieder gegen Paradorn ran. Und der zeigt mir dann sicher, wo auf thailändischen Hartplätzen der Hammer hängt....

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