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25.09.2006: "Mr. Germany" lässt Davis-Cup-Team jubeln

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Düsseldorf - Alexander Waske hat seinen alten Kumpel Tommy Haas als "Mr. Germany" abgelöst und die deutsche Davis-Cup-Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt in der Weltgruppe zum Sieg gegen Thailand geführt.

Waske holte mit dem 6:4, 7:5, 7:6 (14:12) gegen Paradorn Srichaphan im ersten Davis-Cup-Einzel seiner Karriere am Sonntag in Düsseldorf den entscheidenden dritten Punkt und sorgte dafür, dass Deutschland auch 2007 im Konzert der 16 weltbesten Teams dabei ist.
Florian Mayer stellte im bedeutungslosen letzten Einzel mit dem 6:1, 6:3 gegen Sanchai Ratiwatana den 4:1-Endstand her.
Ehrenplatz für den Matchball
"Ich bin völlig durch den Wind, das ist ein Traum für mich", sagte der als ausgesprochen emotional bekannte Waske nach seinem Sieg, eingehüllt in Schwarz-Rot-Gold.
Den Matchball wird er aufbewahren, mit Filzstift hat er "Matchball Davis-Cup Srichaphan" darauf geschrieben: "Der bekommt einen besonderen Platz bei mir zuhause."
Das Glück der schwarzen Hose
Immerhin brauchte der 31-Jährige im Tiebreak des dritten Durchgangs fünf Matchbälle, zwei Satzbälle seines Gegner musste er abwehren.
"Ich bin froh, dass ich eine schwarze Hose an habe, sonst hätte man vielleicht gesehen, dass ich total nervös war", sagte er anschließend.
Am Sonntagabend fliegt er gemeinsam mit seinem Doppelpartner Michael Kohlmann ausgerechnet nach Bangkok, wo am Montag das ATP-Turnier beginnt.
"Ich bin sicher, sie lassen mich dort auch nach diesem Match rein", sagte Waske.
"Tommys Niederlage hat uns geschockt"
Auch Teamchef Patrik Kühnen war ausgesprochen erleichtert über den Sieg, gab aber im gleichen Atemzug zu, dass er schon mit einem 3:0 am Samstag gerechnet habe.
"Die Niederlage von Tommy hat uns geschockt, aber ich hatte vollstes Vertrauen in Alex. Er hat hier eine Punktlandung hingelegt", erklärte Kühnen.
Nächstes Kräftemessen im Februar
Die Davis-Cup-Weltgruppe 2007 wird am kommenden Donnerstag in Rom ausgelost, die erste Runde findet im Februar 2007 statt.
Dann muss die deutsche Mannschaft beweisen, dass sie tatsächlich das Zeug hat, mit den weltbesten Teams mitzuhalten.
Zu sehr hing der Sieg gegen die auf Sand allenfalls zweitklassigen Thailänder zwischenzeitlich am seidenen Faden, nachdem Tommy Haas sich selbst, seinen Teamkollegen und den Zuschauern im Rochusclub einige Rätsel aufgegeben hatte.
Ahnungsloser Haas
Waske hatte nach einem gemeinsamen Lauf am Rhein am Samstagabend erfahren, dass er am nächsten Tag sein erstes Davis-Cup-Einzel spielen würde.
"Tommy hat mir gesagt, dass er nicht länger als anderthalb Sätze durchhalten würde", erzählte der Frankfurter: "Er hat keine Ahnung, was mit ihm los ist, immer noch nicht."
Auch zwei Tage nach seiner fast schon sensationellen Niederlage gegen Thailands Nummer zwei Danai Udomchoke fühlte sich Haas nach eigenem Bekunden "schlapp und ausgelaugt".
Wie sein eigener Schatten schlich der beste deutsche Spieler über die Anlage, nichts erinnerte mehr an den dynamischen und erfolgreichen Davis-Cup-Spieler früherer Jahre.
Erstaunlich flink mit Kämpferqualitäten
Deshalb ließ er Alexander Waske den Vortritt, der gegen den auf Sand überforderten Srichaphan an der oberen Grenze seiner Leistungsfähigkeit ein gutes Match spielte.
Erstaunlich flink bewegte sich der lange Frankfurter auf der eigentlich ungeliebten roten Asche, ging immer wieder ans Netz und machte seine Punkte vor allem mit seinem grundsoliden Aufschlag.
Im Tiebreak des dritten Satzes bewies Waske zudem seine herausragenden Qualitäten als Kämpfer: Er wehrte zwei Satzbälle von Srichaphan ab und verwandelte letztlich seinen fünften Matchball zum 14:12.

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