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Das deutsche Daviscup-Team kämpft am Wochenende im tschechischen Liberec um den Aufstieg in die Weltgruppe. Es ist schon der dritte Anlauf, in die sogenannte Erste Liga zurückzukehren. Gegner Tschechien wird hoch eingeschätzt. "Es wird eine ganz enge Kiste", sagt Doppelspieler und "Stimmungsmacher" Alexander Waske (30) im Interview mit sport.ARD.de.Herr Waske, Sie sind mit dem Daviscup-Team bereits seit Sonntag in Liberec. Wie läuft die Vorbereitung, wie sind die Bedingungen?
Alexander Waske: Die Arena in Liberec ist ein sehr schöner Komplex, nagelneu. Allerdings ist es drinnen ein bisschen kalt. Die Tschechen haben den Tennisbelag einfach über eine Schicht Eis gebaut, die noch vom Eishockey hier liegt. Deswegen ist der Boden sehr feucht und sehr rutschig. Die Bälle werden durch die Feuchtigkeit extrem schwer...
...also schwierige Bedingungen...
Waske: Die anderen müssen ja auch damit klarkommen. Wem es besser liegt, weiß ich nicht. Es wir kein typisches Sandplatz-Tennis zu erwarten sein. Der Ball wird nicht viel langsamer sein als auf hartem Boden, sondern springt nur sehr niedrig ab. Wir haben aber alle, glaub' ich, schon auf 500 verschiedenen Böden gespielt. Wir sind es gewohnt, uns in ein, zwei Tagen auf verschiedene Beläge einzustellen.
DTB-Präsident Georg von Waldenfels hat vor dem wichtigen Spiel gegen die Tschechen gesagt: 'Wenn alle deutschen Spieler top-fit sind, dann gewinnen wir'. Sind alle top-fit?
Waske: Ja. Wir haben alle gut trainiert. Tommy, Kiwi, Rainer, Flo und ich sind alle fit. Ich hoffe, es bleibt so bis zum Sonntag Abend.
Wie burteilen Sie die Chancen für das deutsche Team?
Waske: Wir sind gut drauf. Es sind unglaublich viele Variablen, die hier herumschwirren, weil wir überhaupt nicht wissen, wie die Tschechen spielen werden. Auf jeden Fall wird Tomas Berdych spielen. Den schätzen wir beim Gegner auch am höchsten ein. Berdych ist in den nächsten Jahren unter den ersten Zehn der Welt zu erwarten. Ich hoffe nicht, dass der so aufspielt, wie der Dominik Hrbaty bei unserem letzten Playoff-Match in der Slowakei. Insgesamt erwarte ich eine sehr enge Kiste.
In der Doppel-Weltrangliste sind 14 Tschechen unter den Top 100 geführt, eine enorme Zahl. Muss man den Doppel-Punkt aus deutscher Sicht schon abschreiben?
Waske: Nein, keineswegs. Mit Tommy habe ich noch kein Doppel verloren, wenn es darauf ankam. Beim World-Team-Cup haben wir nur einmal verloren gegen die Bryan-Brüder aus den USA. Da war das Spiel aber zum Glück schon entschieden.
Die letzten beiden wichtigen Spiele in den Playoffs gegen Weißrussland und die Slowakei gingen für Deutschland verloren. Was hat das Team aus diesen Niederlagen gelernt?
Waske: Ich weiß nicht, ob wir da viele Fehler gemacht haben. In der Slowakei haben wir verloren, weil der Hrbaty absolute Weltklasse war, und weil wir riesiges Verletzungspech hatten. Schlimmer konnte es nicht mehr laufen.
Wie groß ist die Anspannung einen Tag vor dem ersten Spiel?
Waske: Sie wächst. Am Anfang ist es ausgelassener und zum Wochenende wird es ruhiger im Team. Es wird weniger geredet, weniger geflachst. Man merkt schon, dass der Konzentrationspegel steigt.
Sie sind ein Typ, der immer locker und gut gelaunt scheint. Inwieweit hilft das dem Team?
Waske: Das müsste man die anderen fragen. Mir hilft es, und sofern sie lachen, wenn ich etwas sage, dann ist es gut. Wenn sie nicht lachen, lasse ich sie in Ruhe. Es ist meine Art und Weise. Wenn sie mir sagen, ich soll es lassen, dann tue ich es auch.
In der Vergangenheit war Teamchef Patrik Kühnen trotz der Niederlagen in den entscheidenden Daviscup-Matches unantastbar. Warum?
Waske: Weil er es sich verdient. Er arbeitet sehr akribisch. Patrik ist ein lockerer Teamchef, der aber viel von uns fordert. Ich würde sagen: autoritär, aber ein guter Kumpel. Es gibt keinen von uns, der sagen würde: Wir wollen einen anderen.
Nur wird er auf Dauer nicht zu halten sein, wenn er die Erfolge nicht bringt.
Waske: Von der Presse wird viel hineininterpretiert. Der Teamchef macht seine Vorbereitung, so gut er kann und jetzt liegt es an uns, die Punkte einzufahren. Wenn wir bis Sonntag nicht drei Punkte holen, dann haben wir verloren und nicht der Patrik.
Im Profi-Fußball hätte Kühnen womöglich seinen Platz schon räumen müssen.
Waske: Wir sind aber nicht im Fußball. Im übrigen kann auch der Volker Finke absteigen, und trotzdem sagt man in Freiburg nichts. Wir sind sehr zufrieden mit Patrik Kühnen. Es heißt noch lange nichts, nur weil die Presse irgendetwas fordert. Von denen ist keiner beim Training dabei, und die Matches gucken sie auch nur halb an, weil sie im Presseraum sitzen und ihre Geschichten schreiben müssen. Ich glaube nicht, dass die Journalisten den Einblick haben und beurteilen können, ob er der beste Trainer für uns ist oder nicht.
Wie geht die Vorbereitung auf das Match gegen die Tschechen weiter?
Waske: Ich habe heute nur noch einmal Training. Dafür gehe ich nochmal ins Gym und trainiere für mich selbst, damit der Aufschlag hoffentlich auch sitzt am Samstag.
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