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„Olympia 2008 ist eines meiner Ziele“
Oelde. Er spielt im Davis Cup für Deutschland, ist vor kurzem Mannschafts-Weltmeister geworden und kratzt an den Top 100 der Welt – nicht schlecht für einen 30-Jährigen, der erst vor fünf Jahren Tennisprofi geworden ist. Zuvor hat Alexander Waske (Blau-Weiss Halle) mit einer Banklehre und einem International-Business-Studium in den USA etwas Solides gemacht. Profitennis stand damals nicht zur Debatte, dafür war ich nicht gut genug“., erklärte der Frankfurter. Wie er gut genug wurde und was sein immer größer werdender Bekanntheitsgrad mit sich bringt, verriet Alexander Waske im Interview mit der in Oelde erscheinenden Tageszeitung „Die Glocke“. Das Interview hat Simone Zettier geführt
? Warum bist Du nach Halle gewechselt. Hast Du als Mannschafts-Weltmeister keine anderen Ambitionen. Halle galt ja im Vorfeld nicht gerade als Meisterschaftsfavorit.
Alexander Waske: „Doch, für mich schon. Als ich den Kader von Halle gesehen hatte, war für mich klar, dass wir neben Düsseldorf einer der Favoriten sind. Mannheim habe ich nicht vorne gesehen. Wir haben uns daher unter Wert verkauft. Die Moral stimmt, aber wir wurden vom Verletzungspech verfolgt.“
? Du bist just Mannschafts-Weltmeister geworden und spielst Davis Cup für Deutschland. Hast Du überhaupt noch Ziele.
Alexander Waske: „Ich lebe nach dem Motto: >Wenn Du nicht mehr probierst besser zu werden, bist du auch nicht mehr gut.< Für mich gibt es noch zwei wichtige Sachen: den Davis Cup-Aufstieg in die Weltgruppe und die Teilnahme an der Olympiade 2008.“
? Du bist nach deinem Abitur in die USA gegangen, um dort zu studieren und für das Team der Uni Tennis zu spielen. Im Anschluß daran bist du Tennisprofi geworden. Würdest du ambitionierten Jugendlichen raten, es dir nachzutun.
Alexander Waske: „Auf jeden Fall. Ohne den USA-Aufenthalt wäre ich im Tennis nie so weit gekommen. Es gibt genügend Leute, denen ich das extrem raten würde. Vor allem denen, die in Deutschland um die 70 bis 80 auf der nationalen Rangliste stehen. Entweder man beweist sich dort, und wenn nicht, dann hat man keine Zeit und kein Geld verschwendet. Und die deutschen Jugendlichen lernen dort auch endlich einmal, wie man Doppel spielt.“
? Was hat dein höherer Bekanntheitsgrad an positiven und negativen Dingen mit sich gebracht.
Alexander Waske: „Angenehm ist, dass ich bei den deutschen Turnieren jetzt Wild Cards bekomme, sich mehr Sponsoren für mich interessieren und ich im Davis Cup kein Unbekannter mehr bin und regelmäßig eingesetzt werde. Ich bekomme jetzt aber auch mehr Anfragen als früher, mich für einen guten Zweck einzusetzen. Da ich nicht gut nein sagen kann, kostet das manchmal ganz schön Kraft.“
? Was bedeutet es für dich als Tennisprofi, zu Hause zu sein.
Alexander Waske: „Es gibt keinen Platz auf der Welt, wo ich so schnell regenerieren kann. Und dort kann ich auch der Mensch ein, der ich sonst auch war, und keine Persönlichkeit.“
? Mit einer Banklehre und einem Studium im Rücken hast du nach deiner Karriere vielfältige Möglichkeiten. Hast du dir schon Gedanken gemacht, was du danach machen willst.
Alexander Waske: „Erst einmal will ich noch drei bis vier Jahre spielen, danach werde ich mich intensiv mit dieser Frage beschäftigen. Lothar Matthäus war mit 39 Jahren noch Fußball-Nationalspieler und ich sitze in ein bis zwei Jahren auch noch nicht im Rollstuhl.“
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