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19.07.2005: Aufsteiger SV Sachsenhausen hat Routine und eine „jugendliche Note“

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Frankfurt. Vor fünf Jahren waren die Fußballer des SV Sachsenhausen erstmals überhaupt in die A-Klasse aufgestiegen. Doch schon in der anschließenden Saison folgte für den Frankfurter Traditionsclub der direkte Wiederabstieg. Nach einer Durststrecke von vier vergeblichen Anläufen schafften die Sachsenhäuser jetzt als Meister der B-Klasse endlich die angestrebte Rückkehr.

«Die Mischung in der Mannschaft hat einfach gestimmt. Wir haben mit Nino Berges, Benjamin Schrödl und Justin Czepek seit langem wieder gleich drei Eigengewächse ins Team integrieren können», äußert sich Claudia Weber, die gute Seele beim alteingesessenen Verein von den Mainwasen, zu den Erfolgsgründen. In Maurice Skowronek stieß außerdem ein weiterer «externer» Youngster zum Team.
Mit der jugendlichen Note und der Erfahrung von «Oldie» Horst Schimkat als Libero sowie den Motivationskünsten von Tennis-Profi Alexander Waske gelang im Mai endlich der Sprung zurück in die A-Liga. Und das in souveräner Manier. Gleich vom ersten Spieltag an hatten die Sachsenhäuser die Tabellenspitze der B-Klasse übernommen und sich vom «Platz an der Sonne» bis zum Rundenende nicht mehr verdrängen lassen. Während Schimkat mit seinen 42 Jahren routiniert und erfolgreich den Defensivverbund zusammenhielt, konnte sich im Angriff vor allem Sebastian Waske als Torschütze auszeichnen. Fast 50 Treffer erzielte der Stürmer, der vor rund zwei Jahren mit seinem Bruder Alexander rein zufällig den Weg an die Mainwasen fand. Von ihrem aktuellen Teamkollegen Hendrik Adelmann beim gemeinsamen Hobby-Kick im Ostpark angesprochen, ging das Bruderpaar schon kurze Zeit später für den SV Sachsenhausen auf Torejagd.

Insbesondere Alexander Waske wurde anfangs von seinen Mannschaftskameraden skeptisch beäugt. Schließlich waren die Befürchtungen, der Tennis-Profi könnte wegen seiner Stellung zu Star-Allüren neigen, zumindest ansatzweise da. Doch in Windeseile konnte der Doppel-Spezialist und die gute Seele des deutschen Daviscup-Teams mit diesem Makel aufräumen. «Er hat sich schnell integriert und ist ein ganz normaler Mensch. Wir sind stolz darauf, dass wir Alexander bei uns in der Mannschaft haben», stellt Claudia Weber stellvertretend für den gesamten Verein fest. Zumal der 30-Jährige auch kräftig Werbung für seinen «Lieblingsclub» macht. In Interviews mit dem diesjährigen Australian-Open-Finalist im Doppel war schon oft zu lesen, dass neben dem Tennis der Fußball seine große Leidenschaft sei und er beim SV Sachsenhausen spiele. In der vergangenen Saison konnte Alexander wegen der verstärkten Verpflichtungen auf der «Pro-Tour» nur selten seine fußballerischen Qualitäten unter Beweis stellen. Wenn der gebürtige Frankfurter in Sachen Tennis unterwegs ist, hält ihn beim Punktspielbetriebe sein Bruder - der modernen Kommunikation sei Dank - über Handy stets auf dem Laufenden. Ist er da, gibt Alexander wie beim Tennis dann alles alles. Weber: «Er kann die Mannschaft super motivieren, ob auf dem Feld oder an der Seitenlinie».

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auch der andere Waske mit Fernseh-Auftritten glänzte, nämlich als Herzensbrecher bei der Sat-1-Staffel «Bachelorette». Das Herz der vermeintlichen Traumfrau konnte er zwar nicht zu erobern, dafür aber das des SV Sachsenhausen im wahrsten Sinne des Wortes im Sturm. «Ich hoffe, dass wir eine gute Rolle spielen können», blickt der Goalgetter auf die am 14. August mit dem Spiel bei der SG Riederwald beginnende Runde in der Südost-Gruppe voraus.

Seit dem 5. Juli befinden sich die Sachsenhäuser in der Schweiß treibenden Vorbereitung. Trainer Marthino Vieria, der seit Ende Mai in der Doppelrolle auch Erster Vorsitzender des Clubs fungiert, nachdem der bisherige Vorsteher Klaus Schrödl sich einfach aus dem Staub gemacht hat, konnte beim Trainingsauftakt die gewünschten Verstärkungen nicht präsentieren. «Zwei hatten fest zugesagt, aber sind dann nicht gekommen», erzählt Weber, die selbst mit Schwierigkeiten im organisatorischen Bereich zu kämpfen hat: «Ich suche noch fleißige Helfer, die mir bei den Heimspielen bei der Bewirtung helfen. Denn alleine wird das auf Dauer eine zu große Last». Bis zum 21. August, wenn an den Mainwasen die erste Partie gegen die Spvgg. Fechenheim steigt, noch Zeit, um auch dieses Problem zu lösen. (rm)

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