Presse-Lounge

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30.06.2005: Erfolgreiches Nachsitzen

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München - Rainer Schüttler und Alexander Waske haben sich in Wimbledon auch von einer erneuten Hängepartie über zwei Tage nicht stoppen lassen und das Viertelfinale im Doppel erreicht.

Als erste deutsche Paarung nach Jürgen Faßbender und Hans-Jürgen Pohmann 1975 stießen die beiden in Wimbledon in die Runde der letzten Acht vor.

Die beiden Hessen, die in London erstmals gemeinsam bei einem Turnier zusammenspielen, bezwangen das tschechische Duo Cyril Suk/Pavel Vizner mit 6:4, 6:4, 7:6 (8:6).

Kein Wunder also, dass Alex Waske das Lied "Erbarme, zu spät, die Hesse komme" anstimmte.

Zweite Hängepartie

Die Partie war am Dienstag wegen eines Schauers beim Stand von 4:3 für die deutschen Mannschaftsweltmeister unterbrochen und am Mittwochmittag fortgesetzt worden.

Schüttler konnte seinen Vorteil jedoch nicht nutzen und gab sein Aufschlagspiel zum 4:4 ab. Der Tiebreak musste die Entscheidung bringen. Mit 3:0 gingen Waske und Schüttler schnell in Führung, doch das tschechische Duo wehrte sich und konnte bis zum 5:5 ausgleichen.

Ein Servicewinner von Waske brachte den ersten Matchball, doch erst der zweite saß: Aufschlag Schüttler, Vizner kann den Return nur noch hoch zurückspielen, Waske versenkt den Smash.

"Keinen Bock, dass sich das Match dreht"

"Am Anfang habe ich schon gemerkt, wie uns die Felle ein bisschen wegschwimmen, aber ich habe mich mit aller Gewalt dagegen gewehrt. Ich hatte keinen Bock, dass sich das Match dreht und habe mir nach jedem Punkt die Faust gegeben und rumgebrüllt. Dann haben wir es gerade so noch mit dem Tiebreak über die Bühne gekriegt", erzählt Alex Waske bei Sport1.de.

Der Weg ins Viertelfinale war nicht ganz einfach gewesen: "Im ersten Match waren wird zwei Punkte davon weg auszuscheiden, dann haben wir uns durch die zweite Runde geeiert, haben in Runde drei stark gespielt und stehen plötzlich im Viertelfinale", so der Frankfurter weiter, "jetzt haben wir die positive Welle mitgenommen und schauen mal, wie weit sie uns trägt."

Nun wartet auf Waske und Schüttler mit Jonas Björkman und Max Mirnji (Schweden/Weißrussland) ein dicker Brocken. Das an Nummer eins gesetzte Duo hatte in der Vorrunde jedoch Mühe mit Jürgen Melzer und Julian Knowle und musste einen 0:2-Rückstand noch drehen.

Jetzt gegen Björkmann und Mirnji

Als ein Zeichen der Schwäche will Waske das aber nicht auslegen: "Julian Knowle hat mir erzählt, dass sie in den ersten beiden Sätzen absolut am Limit gespielt hätten und danach eben nur noch normal. Deshalb haben sie verloren. Gegen Björkmann/Mirnji muss man schon ganz besonders gut spielen, um zu gewinnen. Zwei gute Sätze reichen da nicht."

Zugute kommt dem deutschen Duo, dass Rainer Schüttler das Duo bereits mehrfach bezwingen konnte.

"Rainers Coach Dirk Hordorff hat gesagt, dass der gegen richtig gute Teams eigentlich noch besser spielt. Wir werden auf jeden Fall alles geben und gegen die Nummer eins kann man doch locker ins Match gehen. Da haben wir nichts zu verlieren", freut sich Waske schon jetzt auf das Match - vermutlich auf dem Center Court.

Freuen tut sich auch sein Partner Rainer Schüttler: "Das macht alles einen Riesen-Spaß hier. Auch Björkman und Mirnyi sind nicht unbezwingbar, wir werden unsere Chancen haben."

Grönefeld im Doppel-Halbfinale

Auch Anna-Lena Grönefeld aus Nordhorn hat an der Seite von Martina Navratilova ihre Erfolgsserie im Doppelwettbewerb fortgesetzt und das Halbfinale erreicht.

Die deutsche-amerikanische Kombination bezwang Wera Dutschewina (Russland) und Shahar Peer aus Israel mit 7:6 (7:5), 6:4.

Navratilova vor 21. Wimbledon-Titel

Die 48 Jahre alte Navratilova strebt an der Church Road bereits ihren 21. Wimbledontitel an und wäre damit alleinige Rekordhalterin vor Billie Jean King.

Grönefeld feierte dagegen mit dem Erreichen des Halbfinales den bisher größten Erfolg ihrer Karriere und hat bereits die Hälfte des Preisgeldes von rund 69.400 Euro sicher.

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